English translation for the Newspaper review Kieler Nachrichten" for the concert in Kiel on Saturday, March 27th, 1999 by Dirk Kuchel
Neil Diamond at the Ostseehalle Ageless Celebrity
Well, he doesn´t look fresh and rebellious like he did on the cover of Love at the Greek". The temples are gray and he cannot hide his belly no more. His personal right at his age of 58. But yet he still wear the same glittering shirt. After 10 long years Neil Diamond is back again in Germany an d on this Saturday evening for the very first time in Kiel.
The Ostseehalle reconsile the generations. The one or other record, even scratched but full of memories of the old times and sentimentality can be seen in the rows of the fans. Maybe there is even the chance to come very close to the great master of popsongs. But the security service works more than safe. Neil is coming into the hall and the audience is standing up. beautiful noise" is marching with him. He don´t need to economize with his hits and spread them carefully in the program. This man has only hits.
The boy from Brooklyn is an audience-junkie and wallows in applause. And he earns it because he is greater than barely an other of this genre. Not one only song he plays this evening is younger than 15 years. But the music is so ageless, so wonderful and so pregnant.
The band works hard to step forth out his shining glory. They play perfect, clean and a little bit sterile and a bit to moodless.
To please everybody right in the audience the stage turns in the round. Unusual, installed in the center of the hall, the set rounds in shallow time. Today there are no bad seats. Longfellow Serenade", Cherry, Cherry" and If you know what I mean" rush over almost too fast to realise them.
Girl, you´ll be a woman soon" starts after Neil explained how he bought this new guitar at the begin of his career, At that time the instrument was called Everly-Brothers-Guitar" and now there is a new edition called Neil-Diamond-Guitar".
The man who wanted to be Forever in Blue Jeans" is becoming calmer. The songs from his new album The Movies" reflect that. As time goes by" and Unchained Melody" became too shallowed yearnscraps. Can´t help falling in love" and the tribute to Frank Sinatra with the arrangement I got you under my skin" and an almost unhearable Angel eyes" is flattering on the same shallow level. But this cannot impair his greatness. When he comes back to his own songs he moves with the security of a dremwalker and he causes with the unmistakable sonore voice the feeling of being witness at a very special event in everyone´s tummy. During You don´t bring me flowers" the lighters glow and Linda Press, mostly only in the background, indemnifies dignified the original Barbra Streisand.
Neil Diamond doesn´t economize with his hits but with his strengh. No waste Las Vegas-Show, for that the two and a half hours programm is too lang. After I am...I said..." the end of the show is near but Neil don´t have to leave that stage to know that the audience want more. There are three more songs, including Holly Holy" and I´ve been this way before", than he walks away - Thank you Neil.
Kieler Nachrichten, 29/3/99
NEIL DIAMOND in der Ostseehalle
Alterslose Größe
Na gut, er sieht nicht mehr ganz so frisch und rebellisch aus wie auf dem
Cover von "Love at the Greek". Grau sind die Schläfen, und sein Bäuchlein
läßt sich auch nicht mehr verdecken. Mit 58 Jahren ist das sein gutes
Recht. Doch immerhin hat er noch den selben glitzernden Fummel an wie
einst. Nach zehn langen Jahren ist Neil Diamond wieder in Deutschland, und
an diesem Sonnabend abend überhaupt zum ersten Mal in Kiel.
Die Ostseehalle vereint die Generationen. Die ein oder andere Platte,
zerkratzt wohl und doch voll von Sentimentalität und Erinnerungen an alte
Zeiten, zeigt sich in den Reihen der Fans. Vielleicht gibt es ja doch die
Chance, dem Großmeister des Popsongs nahe zu kommen. Doch die Security
arbeitet überzuverlässig. Neil kommt in die Halle und das Publikum erhebt
sich, "Beautiful Noise" hält mit ihm Einzug. Er hat es nicht nötig, mit
seinen Hits zu haushalten und sie vorsichtig im Programm zu verteilen.
Dieser Mann hat nur Hits.
Der Junge aus Brooklyn ist ist ein Publikums-Junkie und suhlt sich im
Applaus. Und den hat er verdient, weil er so groß ist wie kaum ein anderer
des Genres. Kein einziger Song, den er an diesem Abend spielt, ist jünger
als fünfzehn Jahre. Und doch ist die Musik so alterslos, so prägnant, so
schier wundervoll. Die Band hat es schwer, aus seinem glänzenden
Heiligenschein hervorzutreten. Perfekt spielt sie, sauber und doch ein
wenig steril und eine Spur zu abgeklärt.
Damit jeder im Publikum zu seinem Recht kommt, dreht sich die Bühne.
Ungewöhnlich, in der Mitte der Halle installiert, rotiert das Set in
seichtem Tempo - heute gibt es keine schlechten Plätze. "Longfellow
Serenade", "Cherry, Cherry" und "If you know what I mean" rauschen fast zu
schnell vorbei, als daß man sie wirklich realisieren könnte. "Girl, you'll
be a woman soon" klingt an, nachdem Neil erklärt, wie er damals zum Anfang
seiner Karriere diese neue Gitarre kaufte. Damals hieß sie noch die "Everly
Brothers"-Gitarre, doch jetzt hat die Firma eine neue Edition
herausgebracht - und die heißt "Neil Diamond"-Gitarre.
Der Mann, der "Forever in Blue Jeans" sein wollte, ist ruhiger geworden.
Das zeigt sich in den Songs von seinem neuen Album "The Movies". "As Time
goes by" und "Unchained Melody" werden zu überseichten Schmachtfetzen,
"Can't help falling in love" und die Hommage an Frank Sinatra mit einem Mix
aus "I got you under my skin" und einem fast unmerklich eingeschobenen
"Angel Eyes" flattern auf demselben Level. Doch das kann seine Größe nicht
schmälern. Wenn er zu seinen eigenen Songs zurückkehrt, dann bewegt er sich
darin in traumwandlerischer Sicherheit und verursacht mit der
unverwechselbar sonoren Stimme in jedem anwesenden Magen dieses Gefühl,
Zeuge von etwas ganz Besonderem zu sein. Bei "You don't bring me flowers"
leuchten die Feuerzeuge, und Linda Press, sonst nur im Background, ersetzt
würdevoll die Barbra Streisand des Originals.
Neil Diamond haushaltet nicht mit Hits, aber doch mit seinen Kräften. Keine
wüste Bühnenshow wie damals in Las Vegas, dafür sind die zweieinhalb
Stunden Programm einfach zu lang. Nach "I am, I said" ist das Ende der Show
nahe, doch Neil muß gar nicht erst theatralisch von der Bühne abtreten, um
zu wissen, daß das Publikum längst nicht genug hat. Noch drei Songs gibt
es, darunter "Holly Holy" und "I've been this way before". Dann geht er -
danke, Neil.
DIRK KUCHEL
Hamburger Abendblatt, 3/29/99
Neil Diamond - Triumphaler Auftritt eines Weltstars
"What A Beautiful Noise": Der erste Songs, den Neil Diamond anstimmt,
erzählt von seiner Liebe für den New Yorker Straßenlärm. Der Titel
beschreibt aber auch passend die Stimmung, die ihm am Sonnabend in der seit
Wochen ausverkauften Kieler Ostseehalle entgegenschlägt: Fußgetrampel und
standing ovations begleiten den angegrauten Amerikaner auf der
kreisförmigen Bühne, die in der Hallenmitte aufgebaut ist.
Schwarze Stoffhose, schwarzes, mit Silberstreifen durchwirktes Hemd - der
58jährige ist schon fast ein Entertainer wie Frank Sinatra, den er als
größten Sänger unserer Zeit würdigt. Diamonds Bewegungen sind typisch, aber
schon etwas sparsamer. Trotzdem wirkt es nicht deplaziert, wenn er das
rockigere "Forever In Blue Jeans" singt.
Die meisten seiner Fans sind mit ihm gealtert und bevorzugen ebenfalls
feineres Tuch. Der Sohn eines jüdischen Lebensmittelhändlers, der
eigentlich Noah Kaminsky heißt, schwelgt mit ihnen in Erinnerungen -
anrührend und mit herzlicher Freude. Als Rock 'n' Roller hat man ihn
ohnehin nie angesehen. Und mit seiner immer noch kraftvollen, rauhen
Baritonstimme vermeidet er, daß die zahlreichen melancholischen Balladen in
den Kitsch eines Barry Manilow abgleiten. Neil Diamond hat sich seinen
eigenen musikalischen Kosmos geschaffen. Und so wirkt auch die Bühne, die
sich während des zweistündigen Konzertes permanent langsam dreht. Vom
Podest im Zentrum führen zwei Stege zum Rand, den der Weltstar immer wieder
abläuft und die Arme in den Showhimmel reckt, um den orkanartigen Jubel
einzufangen.
Das letzte von fünf Konzerten wird für ihn zum triumphalen Abschied. Seine
Fans sind so treu wie seine neun perfekten Musiker. Einige waren schon vor
zehn Jahren dabei, als Diamond zuletzt durch Deutschland tourte. (tema)
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