Neil Diamond

Stuttgart Germany Concert Reviews 1999

Fan Review:  by Kristin Rheinwald

For me, it was a phantastic concert and all the people I talked to
afterwards had a wonderful time as well. Neil is still able to completely
capture and fascinate his audience and the atmosphere was tingling
throughout the concert. His voice hasn't lost anything of its power over
the years and is a joy to listen to.

Compared to the two other concerts I visited in 1977 and and 1984, I felt
like being on a big family meeting. Neil's audience has matured with him
and it was like meeting with a very good friend and sharing reminiscences
of youth. Sometimes I even felt a touch of melancholy in his performance.

The mixture of ballads and rock songs from the Sixties was perfect and it
was good to hear some of his early songs like "Girl You'll Be a Woman Soon"
and "Brooklyn Roads" live on stage for the first time (if my memory doesn't
betray me there). Of course "Sweet Caroline" was one of the most acclaimed
songs of the evening and Neil even managed to make the audience sing along.
You must know that Swabians are very hard to bring out of their shells, so
this may count for the magic he did on them.
I was a bit surprised though that he didn't perform more of his recent
songs, especially from the Tennessee Moon album. Except for "Can Anybody
Hear Me" and four songs from the new Movie album he only sang "classicals",
from "I'm a Believer" to the major songs of the "Jazz Singer".
Once again I was amazed by Neil's band which really is a group of great
musicians and a perfect support for Neil's performances. For the first time
I went to a concert where the stage was situated in the center of the hall
which gives the whole audience the feeling of being close. I think it also
contributed to the great atmosphere.

After waiting fifteen years for his return to Germany, I was very much
looking forward to this concert and I truely enjoyed every single moment of
it.


German Newspaper Review

Stuttgarter Nachrichten - show, 21.3.99


Der perfekte Popstar
Nur einmal verweigert sich Neil Diamond einer minutiös geplanten
Showregie: Nach über zwei Stunden geht er nicht, wie vorgesehen, von der
Bühne, um sich von den 4500 Zuschauern zur Zugabe bitten zu lassen,
sondern macht weiter und verzichtet auf diese letzte kleine
Inszenierung, am roten Geländerseil von der Bühne zu schreiten, um in
Triumphator-Pose wiederzukommen.
VON MICHAEL RIEDIGER
Da folgt ein Pop-Perfektionist mal seinem Instinkt. Zuvor blieb in der
Schleyerhalle nichts dem Zufall überlassen: Eine Ansagerstimme vom Band
bittet, die Plätze rechtzeitig einzunehmen und das Rauchen einzustellen,
die kreisrunde Drehbühne in der Hallenmitte bietet den Zuschauern von
ihren bestuhlten Plätzen aus eine hervorragende Sicht auf Diamonds
neunköpfiges Rockorchester (mit drei Trommlern, darunter die prominenten
King Erricson und Ron Tutt), die zwei Keyboarder sitzen an ihren
Arbeitsplätzen wie Finanzbeamte am Computer.
Die Vorteile der fast bürokratischen Präzision: eine fulminante
Lightshow, ein brillanter Sound. Und nichts anderes steht der Musik zu.
Denn nahezu alle Songs im Programm adeln ihren Schöpfer als Künstler des
melodramatischen Minimalismus, Diamonds Überblick auf 30 Karrierejahre
ist gespickt mit Pop-Pretiosen.
Vor zwölf Jahren war er zuletzt in Stuttgart, und das Timing für seine
Rückkehr scheint perfekt gewählt: Nachdem uns zuletzt sogar das
leichteste, seichteste ¸¸listening'' als Trend untergejubelt wurde, wird
Pop jetzt auch in der Musik endlich ernst genommen. Also erscheint auch
US-Star Neil Diamond, in den 70ern noch Buhmann für Rockfans und
Kritiker, in neuem Licht. Früher wurde er mitunter heftig kritisiert,
weil sein Bariton dieses als schmalzig geltende Vibrato
überbeanspruchte, und er für Showbusineß stand statt für Rock 'n' Roll,
für Las Vegas statt für Liverpool.
Neil Diamond - ein Schnulzensänger alter amerikanischer Schule. Daß er
sich auf das Schreiben eingängiger, aber nie einfältiger Songs versteht,
interessiert indes die Kritik in Europa erst seit kurzem. Dabei würde
etwa Ralph Siegel aus jeder Zeile von Neil Diamond ganze Schlager
schlachten.
Doch seit die alte Schule auch im Pop wieder an Bedeutung gewinnt, läßt
sich ein Mann, der beim ¸¸Last Waltz'' von The Band dabei war und mit
Songs wie ¸¸I'm A Believer'', ¸¸Song Sung Blue'' oder ¸¸Sweet Caroline''
einen eigenen Popstil entwickelte, nicht länger als Leichtgewicht abtun.
Auch Diamonds unverändert kräftiger Gesang überzeugt als Stilmittel.
Schließlich wirkt Pathos nur peinlich, wenn's ernstgemeint ist. Als
Kunstmittel dagegen macht es aus einem Popsong oft erst einen großen
Popsong. Und Neil Diamond hat genug davon.
Gegen Ende der Show läutet ¸¸As Time Goes By'' den Block mit Filmsongs
ein, die sich auch auf Diamonds neuem ¸¸The Movie Album'' finden. Er hat
es mit großem Orchester eingespielt, in Stuttgart kommen die Streicher
dagegen vom Synthesizer.
Dennoch kommt die Botschaft rüber: Der Pop-Formalist erweist einer noch
älteren Schule seinen Respekt - und wir ziehen unseren Hut vor einem
Sänger, der aus einfachen Liedern große Geschichten zaubert.

 

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